Montag, 3. Juni 2013

Eine ganz besondere Veranstaltung sollte es werden,

... die ITU WM Langdistanz 2013 in Belfort, Frankreich. Und das ist sie auch geworden, aber in ganz anderer Hinsicht als gedacht.

Gedacht habe ich an einen sonnigen und warmen Triathlon in dem schönen Ort Belfort an der Südseite der Vogesen, nicht weit weg von  Freiburg auf der anderen Seite der Grenze nach Frankreich. Die Lage, die Bilder und der Zeitpunkt im Jahr am 1. Juni waren ideal geeignet für ein tolles Rennen mit der ungewöhnlichen ITU Distanz von 4 km Schwimmen, 120 km Radfahren und 30 km Laufen.
Die Planung fing schon sehr früh an. Im Dezember 2012 kaufte ich mir eine Trainingsrolle für die Vorbereitung in widrigen Wetterverhältnissen. Die Besonderheit daran ist die Kombination der Widerstandseinheit mit dem online mit dem Internet verbundenen Notebook, welches eine GPS Strecke per Google Earth und Google Street View einspielen kann und steuert. Und das funktioniert sogar mit dem Höhenprofil der simulierten Strecke, welches die Bremse der Rolle steuert. So konnten mein Mitstreiter Marco und ich schon früh die Wettkampstrecke im Keller abfahren und uns die markanten Stellen einprägen. Wir konnten sogar die Zeiten ermitteln, die wir für die echte Strecke brauchten würden wenn….. ja, wenn es nicht alles anders kommen sollte.
Das Jahr 2013 begann mit Wetterkapriolen, wie ich sie als Triathlet noch nicht erlebt habe. Lange war das Wetter so schlecht, dass ich bis März über 3.000 km in Keller auf der Rolle absolvieren musste. Das war nicht nur ein Kieler Wetterphänomen, auch andere Regionen litten darunter. Erste Ahnungen kamen auf, dass die Wassertemperaturen in der Natur auch viel später anzögen. Und das hatte Folgen ….
Marco und ich mieteten uns einen Campingbus, um die 1.000 km lange Reise nach Belfort und den Aufenthalt dort komfortabel zu gestalten. Die Wetterprognosen waren schlecht und so auch die Lage vor Ort. Dauerregen und Temperaturen zwischen 8 und 12 Grad fanden wir vor. Am Donnerstagmorgen trafen wir ein. Hilton, ein weiterer Freund aus Kiel und seine Frau trafen wir, wie erhofft, schnell und konnten so eine erste Trainingsfahrt auf dem Rad absolvieren. Der Anstieg auf den Ballon d´Alsace auf 1.100 m brachte die Gewissheit, dass es noch nasser und kälter auf dem Berg sein würde. Die Abfahrt war zu unserer Beruhigung nicht so gefährlich wie befürchtet. Einigermaßen zufrieden konnten wir das Training beenden.
Abends erfuhren wir auf der kombinierten Welcome an Pasta-Party, die übrigens sehr lieblos organisiert und äußerst sparsam war, dass das Schwimmen ausfällt, da die Wassertemperaturen unter 14 Grad zu unsicher sei. Wir gingen vorzeitig und fanden bald eine schöne Pizzeria in Belfort und hatten noch einen schönen Abend.
Freitagvormittag, das Wetter hatte sich leider wieder verschlechtert und von freundlich und kühl auf nasskalt gewechselt, starteten Marco und ich noch einen Trainingslauf auf der Wettkampfstrecke. Entlang eines Sees überholte uns eine aufgeschreckte Rotte Wildschweine, die mit lautem Getöse durch das Unterholz brach. Zum Glück hatten sie, wie wir, keine Lust auf eine Konfrontation mit uns und wir konnten unseren Lauf fortsetzen.
Der Tag schloss mit Rad-Check-In und Wettkampfbesprechung mit den neusten Beschlüssen. Das neue Rennformat war ein Duathlon mit einem Auftaktlauf von 10 km, einen verkürzten Radfahrt von 87 km und einem Abschlusslauf von 20 km.
Der Samstagmorgen startete wie befürchtet regnerisch und kalt. Es wurde ab 8:00 Uhr in Wellen nach Altersklassen gruppiert gestartet. Mit Hilton startete ich in der AK M50 und wurde bereits kurz nach dem Startschuss von vielen Mitstreitern überholt. Das ist ein Phänomen, welches mir nur allzu bekannt ist. Ich versuche immer ein gleichmäßiges Tempo zu laufen, was ich mittels meiner Technik, einer POLAR Herzfrequenzuhr mit Speed Sensor kontrolliere.
 
Der Laufkurs war hart. Zwei Steigungen, eine gemäßigte längere und eine kürzere Rampe mit ca. 12% Steigung trieben meine Puls auf 170 Schläge im Schnitt mit einer Spitze von 180. Und das war erst der Auftakt!

Nach 40:27 Min lief ich in die Wechselzone T1 ein, um auf die Radstrecke zu wechseln. Hier gab es eine ganz erhebliche Änderung zum gewohnten Ablauf in einem Triathlon. Wenn sonst nach dem Schwimmen der Neopreenanzug  abgelegt und die Radsachen aufgenommen werden, habe ich hier eine Regenjacke über den Laufdress gezogen, den Helm aufgesetzt und erst am Rad die Laufschuhe gegen die Radschuhe getauscht, um anschließend wieder in die Laufschuhe wechseln zu können.
 
Die Radfahrt war geprägt durch eine Anfahrt von 30 km hin zu einem Berg, dessen Steigung sich immer steiler werdend auf 1.100 m hochwindet. Geschlagene 54 Minuten brauchte ich für den Anstieg zum Gipfel, der auf der zweiten Hälfte mehr als 8% im Schnitt betrug.

Auf der „allerletzten Rille“, mein linker Oberschenkel signalisierte eine starke Krampfneigung, erreichte ich den Gipfel mit dem guten Gefühl, alles gegeben zu haben. Bergab ging es rasant zur Sache und als nicht so guter Abfahrer begrenzte ich das Sturzrisiko auf nasser Fahrbahn durch nicht zu hohes Risiko und Geschwindigkeit. 65 km/h war die gemessene Spitzengeschwindigkeit, welche sich bei 2 Grad Temperatur auf dem Gipfel mehr als erfrischend, man könnte auch sagen scheißkalt anfühlte. Die letzten 25 km waren geprägt durch eine abenteuerliche Fahrt auf welligen Straßen und Wegen, die mit sehr vielen Winkeln, Rollsplitt und Nässe höchst gefährlich war.

Zum Glück unversehrt erreichte ich die Wechselzone T2, um den finalen 20 km Lauf in Angriff zu nehmen. Das Profil war mir noch in schlechter Erinnerung vom Auftaktlauf. Als die Rampe dann kam, nahm ich all meine Kraft zusammen, um mich nicht „gehen zu lassen“ und siegte vorerst. Bei der zweiten Runde konnte ich nur durch meditativen Blick auf einen Punkt vor meinen Füßen ein Stoppen verhindern. Wie durch ein Wunder war ich wieder laufend auf dem Berg angekommen und dankte übergeordneten Mächten, dass ich nicht noch einmal hier hochlaufen musste. Gleichwohl, mein Energiekuchen war verbraucht. Bei km 17,5 krampfte wieder mein linker Oberschenkel und ich musste fürchten, nicht mehr ins Ziel zu kommen. Ich versuchte meine überlasteten Muskeln durch andere Lauftechnik zu entlasten, was mir nach einer kurzen Temporeduzierung  schließlich gelang. Es bleibt das gute Gefühl, dass es doch immer irgendwie weitergeht, auch wenn es scheinbar nicht mehr geht!

Und dann kam das Ziel: Nach 5:11:02 Stunden (40:26 / 2:53:30 / 1:27:17 plus  Wechselzeiten) war der 7. Platz in der AK50 (68 Finisher) beendete ich meine erste ITU Langdistanz WM als Duathlon. Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden, denn auch in der Auswertung der Daten kann ich sicher sagen, dass ich alles gegeben habe. Noch nie habe ich so viel Watt über eine so lange Zeit getreten, weder in der Gesamtzeit noch in Teilbereichen von 30 Minuten (der finale Anstieg). Auch die Laufleistung in dem schwierigen Gelände war mehr, als ich mir vorher zugetraut hätte. Jetzt kann die Vorbereitung auf die IRONMAN Qualifikation in Cozumel am 1. Dezember starten.

Abschließend ist anzumerken, dass mein Vereinsfreund Hilton mit einer überragenden Leistung brillierte und die Bronzemedaille  für sein Britisches Team in 4:54:44 gewann und nur ganz knapp den zweiten Platz verpasste. Sein abschließender Lauf von 1:20:49 für die 20 km war von einem anderen Stern!

Unseren Dritten im Bunde, Marco, verschonte der Pannengott auf der Radfahrt leider nicht und so musste er eine technische Pause einlegen. Eine Gesamtzeit von 5:11:23 Std. sprang für ihn raus, weil er trotzdem sehr gut Rad gefahren und gelaufen ist.

 Alle Ergebnisse findet ihr hier

 

Sonntag, 14. Oktober 2012

Kurzbericht: Finish nach über 11 Std.

Das Rennen war unglaublich! Nach Schwimmen in unruhigem Wasser in einer Zeit, mit der ich im Nachhinein zufrieden sein kann, habe ich auf dem Rad die Mumuku Winde aus Hawaii hautnah spüren können.

Schon am Anfang vermisste ich den erwarteten "Raddruck". Es war mir unmöglich, die Leistung, die ich mir vorgenommen habe, abzurufen. Warum? Keine Ahnung zu diesem Zeitpunkt. Und dann war der Wind enorm, viel stärker, als ich es bei meinen letzten Starts hier erlebt hätte. Ich habe mich in einer noch akzeptablen Zeit durchgebissen und dachte, dass das Laufen besser gehen müsste.

Doch schon früh nach dem Wechsel merkte ich, dass auch das unrund lief. Ich musste bei der Verpflegungsaufnahme immer stark meine Geschwindigkeit auf Gehtempo reduzieren und es wurde nicht besser. Mir kam das Laufen viel anstrengender vor, als ich es schon erlebt hätte, vielleicht vergleichbar mit der letzten Runde in Malaysia 2010, als ich "stehend KO war".

Ich fiel in ein mentales Tief und 100m vor Aufbiegen auf die Palani Rd. nach km 16 habe ich mich an den Straßenrand neben Asdis und Volker gesetzt und mitgeteilt, dass ich das Rennen verlassen würde. So saß ich 10 Min und es ging mir wirklich schlecht. Volker meinte, ich bräuchte dringend eine Cola (Zucker) und animierte mich, die 300m weiter zum Verpflegungsstand auf die Palani zu wandern. Dabei begleiteten mich die beiden.

1/2 l Cola, eine Handvoll Salzbrezeln und weitere 15 Min im Schatten liegend später lief Michael die Palani hoch. Er schrie laut "Sch ...", als Asdis ihm zurief, das ich ausgestiegen wäre. Irgendwie war das ein Signal für mich, doch noch zu finishen und meinen Frieden mit diesem Rennen zu schließen, ahnend, dass mich eine Aufgabe des Rennens lange beschäftigen würde.  Also stand ich auf und machte mich mit wackligen Beinen auf den Weg durch die Wüste ins Natural Energy Lab, um die letzten 26 km wandernd und langsam laufend hinter mich zu bringen. Kurz nach 18:00 Uhr und 11:xx nach dem Startschuss war ich sehr froh, mich wieder aufgerafft zu haben und das Rennen zu beenden.

Samstag, 13. Oktober 2012

Noch 13 Std. bis zum Start in Kona

Die letzten Tage vergingen wie im Flug. Gestern Abend waren wir bei der Nudelparty, die genauso zelebriert wird mit folkloristischen Auftritten und Filmvorführungen wie die Awardsparty am Sonntagabend, einen Tag nach dem Rennen. Natürlich dürfen dabei die Ehrungen der sich um die Veranstaltung verdient gemachten Funktionäre, Athleten, Fundraiser und X-fach-Starter nicht fehlen.
Ein guter Brauch ist es auch, die ältesten und die jüngsten Starter vorzustellen. Unser Condo-Nachbar (Condomnium heißen hier die voll ausgestatteten Appartments mit allem Komfort) Lew Hollander, ist 82 Jahre alt und bereits zum 22. Mal hier in Kona am Start. Natürlich gewinnt er auch meistens seine Altersklasse, die, wie man sich vorstellen kann, äußerst übersichtlich besetzt ist. 2010 waren wir selbst Zeuge, wie Lew in einer Zeit von 15:48, d.h. eine Stunde und 12 Minuten vor Ende der Veranstaltung, die Ziellinie überquerte. Ich finde das unglaublich und hoffe selber in dem Alter noch so fit sein zu können.

Michael, Lew und ich vor unserem Condo


Jetzt sind die Beutel gepackt, das Rad ist eingecheckt und die letzte Nudelmahlzeit weilt im Bauch. Nun kommen nur noch ballaststoffarme Riegel und Isogetränke zum Verzehr in Frage.

Mein Verpflegungsplan für morgen sieht vor, nach dem Frühstück und vor dem Start eine Flasche Iso mit 600 ml und einen halben Liter Wasser, einen PowerBar Riegel und ein PowerBar Gel einzunehmen.
Auf der Radstrecke trinke ich sieben Flaschen Iso, 6 Flaschen Wasser und esse 7 GU-Gels und 5 Salztabletten.
Danach habe ich in meinen Laufgürtel 8 Gels mit drei Salztabletten in Wasser aufgelöst. Aufnehmen muss ich dann nur noch 11 Becher ISO und 32 Becher Wasser.

In Summe werde ich morgen 11-12 Liter Flüssigkeit zu mir nehmen und 3.000 Kalorien, was den geschätzten Verbrauch von 8.000 bis 10.000 Kalorien natürlich nur zum Teil kompensiert. Hier muss die Substanz herhalten, was eine gewisse Erholungszeit erfordert. Aber bekanntlich ist das Auffüllen von Energiedepots im Körper einfacher zu gestalten als der Abbau, daher muss ich mir darüber keine Sorgen machen.

Aufmerkame Beobachter des Bike-Check-In sind übrigens die Vertreter der Industrie, die von jedem Athleten eifrigst die verwendeten Produktmarken wissen wollen, sofern nicht direkt ersichtlich, vom verwendeten Schuh bis zu den Herstellern des Lenkers, der Bremsen, der Wattmessanlagen und natürlich auch der Rahmen. Der richtungsweisende Charakter der Weltmeisterschaft wird hier deutlich, denn offensichtlich orientieren sich andere Triathleten weltweit danach, was die in ihren Augen besten Triathleten verwenden und kaufen die Produkte.
 
Vor Schluss und Abbau der IRONMAN Expo um 14:00 Uhr habe ich mir nochmals meine Achillissehne und die Wade des rechten Beins tapen lassen in der Hoffnung, die durch meine Verletzung vom August bedingten Nebenerscheinungen auf ein Minimum zu reduzieren. Der "Taperer", nach eigenem Bekunden auch bei Olympia in London aktiv gewesen, dachte wohl, dass viel Tape besser ist als wenig Tape und entließ mich mit einem Geflecht, was seiner Meinung nach einem Kompressionsstrumpf übertrumpfe. Ich glaube einfach mal an die positive Wirkung für den morgigen Lauf und verabschiedete mich mit vielem Dank.
 

Dienstag, 9. Oktober 2012

Same procedure as every year on Hawaii

Unsere frühe Anreise versetzt uns in die Lage, einen ganz gemächlichen Einstieg in dieses ganz andere Klima zu schaffen. Wir haben uns gut eingerichtet und Tag für Tag unser Training erst aufgenommen und dann gesteigert.

Und auch das urlaubstechnische Element kommt nicht zu kurz. Da wir viele Ecken schon kennen und keine Angst verspüren, etwas zu verpassen, chillen wir ausgiebig, das heißt wir verbringen die Tage mit immer weniger Training und viel Entspannung in der Sonne, beim Bummeln in Kona oder bei ausführlichen Abendessen in den diversen Lokalitäten.
Die morgendliche Stimmung an der Pier genießen wir genauso wie die legendären Sonnenuntergänge.

Hier ein paar Impressionen:






 
Und hier gibt es noch viele weitere Fotos: http://www.flickr.com/photos/28726436@N05/sets/72157631726259510/

Montag, 1. Oktober 2012

160 km Radtour nach Hawi und fast zurück

Von Triathlon-Hawaiibildern kennt man die Bilder aus der überwiegend schwarzen Lavawüste. Wer noch nicht hier war wundert sich, dass Big Island, Hawaii auch andere Seiten zu bieten hat. Fährt man nämlich zum Wendepunkt der IRONMAN Strecke nach Hawi, ändert sich die Ansicht deutlich. Gleich hinter Kawaihae biegt man rechts ab und kommt erst an Graslandschaften vorbei, die an sommerliche spanische Ansichten erinnern. Kurz darauf wird es immer grüner bis hin zu saftigen Graswiesen mit vielen Laubbäumen in Hawi.

Noch 10 km bis Hawi
Die Landschaftsänderung erklärt sich dadurch, dass die Kona-Küste in Lee der Berge Mauna Loa und Mauna Kea liegt. Diese beiden knapp 4.000 Meter hohen Vulkanberge schirmen die Regenwolken aus Luv fast komplett ab. Hawi liegt nahe der äußeren Landspitze seitlich der Berge und hier regnet es oft und wohl auch reichlich.

Die heutige Ausfahrt sollte auch die längste GA1 Trainingsausfahrt unseres Hawaii-Aufenhaltes 2012 werden. Aufgebrochen sind Michael und ich früh um 6:30 Uhr und am Ende standen 160,5 km nach 5:15 Stunden auf dem Tachos. Volker und Asdis sammelten uns am War Cemetery, unserem Radwendepunkt der vergangenen Tage unweit unseres Traumstrandes, ein und versorgten uns mit Flüssigkeiten. Unsere 8 Radflaschen! hatten wir schon längst bis zum letzten Tropfen geleert.

Hang Loose ...

... trifft am besten die Stimmung hier in Kona. Der Stress (das Rennen) ist noch soweit weg, da kommen richtig Urlaubsgefühle auf. Klar, nach der Ankunft und dem Zusammenschluss mit unseren Reisefreunden aus Schleswig-Holstein musste erst einmal das Appartment bezogen werden. Aber als Wiederholungstäter, zudem in der gleichen Anlage wie 2010, steuerten wir routiniert das Ziel "Keauhou Surf & Racquet Club" an, bezogen die Zimmer und füllten die Schränke. Kleiner Wermutstropfen: Ein WLAN war nicht vorhanden (wir können aber "fremdsurfen"), die Ausstattung ist älterer Natur und nicht so schön und gut in Schuss, wie wir es hier gewohnt sind. Auch ist die Lage trotz "Oceanfront" nicht so prickelnd.
 
Direkt vor der Terasse ist geteert und dahinter liegt eine Mauer, die unsere Anlage von den Rocks und dem Meer trennt. Das ist alles natürlich Jammern auf hohem Niveau wie die nachfolgenden Bilder verdeutlichen.


Der Blick vom unserer Terasse nach rechts ist soweit ok ;-)

 
Die ersten Tage waren von der Akklimatisation und der Trainingsufnahme bestimmt. Drei Tage Belastung mit Schwimmen in der Frühe ab 6:45 Uhr, diversen Radfahrten bis zu 60 km und Läufe bis 17 km sind absolviert.
Volker, ich, Michael und Jens
 
Heute ist der erste Entlastungstag und nach einem Anschwimmen wechselten wir gleich in den Ruhemodus mit Strandbesuch bei "White Sands".
 
 
Kiel setzt Zeichen am White Sands Strand!

Donnerstag, 27. September 2012

Reisetag(e)

Habe ich eigentlich schon mal etwas über Reisen mit dem Flugzeug und nach Hawaii im speziellen geschrieben? Wir sitzen noch im Flugzeug von LA nach Kona und kommen bald, d.h. in einer Stunde an. Hinter uns liegt mal wieder eine richtige Strapaze.

Eigentlich begann die Reise schon abends zuvor um 20:00 Uhr mit der herzlichen Verabschiedung durch Petra, Anjuli und Lennard. Wir stießen auf die lange Reise an, bevor uns nach dem spannenden Spätfilm im Zweiten uns ganz früh morgens um 2:30 Uhr gleich zwei Taxen zuhause abholten, um uns und unser gesamtes Gepäck zum Kielius Flughafenshuttle am ZOB in Kiel zu bringen. So haben wir die erste Nacht schon mal durchgemacht.

In Hamburg warteten wir nach einem zügigen Check-In bis 7:00 Uhr und flogen dann nach London Heathrow, um dort den Flug nach Los Angeles zu erreichen. Kurz nachdem wir gegen 10:40 Uhr die Plätze einnahmen, um uns für die nächsten 11:30 Stunden einzurichten, blickte Asdis entsetzt auf den Vordersitz. Ein unglücklicher Passagier musste sich übergeben haben und hatte die Rückseite des Vordersitzes vollständig eingesaut. Aufkommende Ekelgefühle führten zum Reinigungsversuch durch einen Steward bis er erkannte, dass er das nicht schaffen würde. So bekamen wir eine 2er Sitzreihe im Heck des Flugzeuges mit üppiger Beinfreiheit zu den Vordersitzen angeboten, was wir gerne annahmen. Ein weiterer Vorteil dieser neuen Situation war die Nähe zur Küche, was uns eine ständige Versorgung mit Kalt- und Heißgetränken sowie Snacks einbrachte. Auf dieses „Luxussitzen“ konnten wir erstmals die Augen schließen und stundenweise dem Schlafentzug entgegenwirken.

In Los Angeles angekommen, 43 Stunden nach dem letzten Aufstehen in Kiel am 25. Um 6:00 Uhr, trafen wir während des rund vierstündigen Aufenthaltes am Security Schalter auf Micha und Volker aus Kiel, die zeitgleich ab Kiel aber dann über Frankfurt nach Los Angeles geflogen sind. 

Weiter ging es wieder getrennt nach Kona wo wir mit voraussichtlich 10 Minuten Unterschied gleich eintreffen werden. Unser Flugzeug ist nicht ausgebucht, so dass Asdis und ich uns auf je einer dreier Sitzreihe hinlegen konnten um zu schlafen. Von den 5 Stunden Flug hat das bei mir wieder zwei Stunden gebracht!

Es ist nun in Kiel 7:00 Uhr am 27.09. und sage und schreibe 49 Stunden her, dass wir in Kiel aufgestanden sind, einen Tag verbrachten, Abschied feierten und dann die Reise antraten. Wir fühlen uns gerädert (beide), verfroren (Asdis), hungrig (ich) und überhaupt irgendwie suboptimal. In den kommenden fünf Stunden sollten wir gelandet sein, das Mietauto abgeholt haben, das Apartment im den Surf & Racquet Club bezogen und irgendwo auf dem Weg noch etwas Ess- und Trinkbares aufgetrieben haben. Und dann können wir endlich ins Bett uns hoffentlich richtig ausschlafen.


Endlich in Kona angekommen, wartend auf den Shuttelservice